
Eine fotografische Beobachtung zur Fragilität urbaner Infrastruktur
»Nach aktuellem Stand wird von einem möglichen Anschlag ausgegangen«, sagt der Polizeibeamte zu mir. Das Polizeifahrzeug fährt langsam weiter und dreht seine Runden. Der Stromausfall in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf und Wannsee hat die Polizei und das Technisches Hilfswerk auf den Plan gerufen. Am Mexikoplatz sichern mobile Lichtfluter mit Generatoren den öffentlichen Raum.
Ich parke an der Argentinischen Allee und gehe zu Fuß in die angrenzenden Wohnstraßen. Die Straßenbeleuchtung ist ausgefallen, sodass die verschneiten Kopfsteinpflasterstraßen im Dunkeln liegen. An einem Haus ist ein schwaches Notlicht zu sehen. Vermutlich sind es Kerzen – ein stiller Hinweis auf die Anwesenheit eines Anwohners in einem Stadtviertel ohne Strom.





